Chronik
Von der Entstehung bis heute
Die Anfänge: Die Idee einer TelefonSeelsorge entsteht im europäischen Raum zuerst in England. 1953 wird der anglikanische Pfarrer Chad Varah auf die steigende Zahl von Suizidversuchen und Selbsttötungen in London aufmerksam. Er setzt seine Telefonnummer in Londoner Tageszeitungen, um diesen Menschen doch noch ein Gespräch zur Hilfe in ihrer Verzweiflung geben zu können. Bald ist die Flut der Anrufe so groß, dass er Unterstützung braucht. Er ruft die "samaritans" (in Anlehnung an das Gleichnis, das uns Lukas überliefert) ins Leben. Das Laienapostolat (kath.) oder "allgemeines Priestertum der Gläubigen" (evang.) ist seither theologische Grundlage der ehrenamtlichen Arbeit bei TS.
Die Idee verbreitet sich innerhalb eines Jahrzehnts über ganz Europa ohne Rücksicht auf eiserne Vorhänge, Länder-, Konfessions- oder sonstige Grenzen. Theologen, Ärzte, Sozialarbeiter, Psychologen fühlen sich besonders angesprochen. Sie bauen die TS-Stellen quasi aus dem Nichts auf. Dritte europäische Station ist Deutschland. In Berlin wird 1956 die "ärztliche Lebensmüdenbetreuung" durch den Arzt und Pfarrer Klaus Thomas initiiert.
Weitere Städte richten TS-Stellen ein - zunächst ohne Kontakt zueinander. Das Telefon ist stundenweise besetzt. Am Telefon sitzen christlich engagierte Ehrenamtliche - mit Begeisterung und voll guten Willens, den Lebensmüden zu helfen - doch ohne Ausbildung und ohne Supervision. Das beginnt sich im Laufe der Jahre zu ändern. Man sieht ein, dass die Ehrenamtlichen sowohl methodisches als auch inhaltliches Rüstzeug brauchen.
Im Janaur 1960 bittet Bischof D. D. Dr. Meyer Pastor W. Friedrich, den damaligen Vorsitzenden von "Innere Mission und Hilfswerk", um die Einrichtung einer TelefonSeelsorgestelle in Lübeck. Die TS Hamburg wird nach ihren Erfahrungen befragt. Ein Ausschuss wird gebildet, der die Bedingungen überprüft. Nach 14 Monaten gibt der das Startsignal.
Im Jahr 2000 gibt es 24.000 Anrufe bei der TS Lübeck. Diese werden von ca. 100 Ehrenamtlichen betreut, die 9 unterschiedlichen Supervisionsgruppen zugeordnet sind.
Die gesamnte Geschichte der TelefonSeelsorge Lübeck von 1961 bis 2001 finden Sie hier als PDF-Datei zum Lesen und Drucken.



